Fragments of Coexistence

Die Werke bewegen sich in einem Spannungsfeld aus Oxid-Orange, Petrol, Türkis, gebrochenem Weiß und Schwarz. Warm stößt auf kalt, Ruhe auf Widerstand. Nichts verschmilzt vollständig, nichts dominiert dauerhaft. Geometrische Grundformen strukturieren die Bildräume. Kreise, Halbkreise, Achsen und Schnitte geben Ordnung vor, fast mathematisch. Doch diese Ordnung bleibt fragil. Darüber legen sich organische Eingriffe: Tropfen, Kratzer, Verwischungen, Risse. Spuren von Eingriffen, die sich weigern, brav zu sein. Material widerspricht System.

Figuren, Vögel, Köpfe und Silhouetten tauchen fragmentiert auf. Nie vollständig, nie eindeutig. Identität erscheint als Baustelle, nicht als Zustand. Ein wiederkehrendes Motiv ist das Sehen selbst: Augen, erhöhte Standpunkte, Horizonte. Beobachten und beobachtet werden. Präsenz ohne Erklärung. Inhaltlich stehen Mensch, Tier und abstrakte Form gleichwertig nebeneinander. Keine Hierarchie, keine klare Rollenverteilung. Die Bilder zeigen keine Harmonie, sondern Koexistenz im eigentlichen Sinn: ein Nebeneinander mit Reibung. Der Entstehungsprozess ist Teil der Aussage. KI liefert Struktur, Rhythmus und formale Vorschläge. Die bewusste digitale Handarbeit greift ein, verletzt, korrigiert und überzeichnet. Entscheidungen entstehen im Widerstand gegen das Perfekte.

So wirken die Arbeiten auf den ersten Blick ruhig, fast balanciert. Doch unter der Oberfläche bleibt Spannung spürbar. Ein Zustand zwischen Kontrolle und Loslassen, zwischen Ordnung und Erosion.

„Fragments of Coexistence“ zeigt keine Lösungen.
Die Serie hält Zustände fest. Übergänge. Bruchstücke.
Koexistenz, nicht als Ideal, sondern als Realität.

PRINTS

  • limitierte Auflage von 1 Exemplar pro Gemälde (+1 Artist proof)
  • Kunstwerke in Wunschgröße erhältlich von 40×60 cm bis 140x210cm
  • Fine Art Gallery Print
  • signiert


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